Fachliches Zusatzangebot
Psychologische Diagnostik - Was benötigt Ihr Kind?
Heilpädagogik - In der Entwicklung aufholen
Psychotherapie - Neue Beziehungen aufbauen
Eltern- und Familienarbeit - Gemeinsamkeiten schaffen
Psychologische Diagnostik - Was benötigt Ihr Kind?

Kinder und Jugendliche können aus den unterschiedlichsten Gründen eine Unterstützung zusätzlich zum Elternhaus benötigen. Dies können schwierige Situationen in der Familie sein oder Verhaltensauffälligkeiten der Kinder. So unterschiedlich die Probleme sind, so differenziert sind unsere Angebote. Je nach Situation bieten wir stationäre Wohngruppen, teilstationäre Tagesgruppen oder ambulante Maßnahmen an. Stehen Entwicklungsverzögerungen oder Lernschwierigkeiten im Vordergrund, kann heilpädagogische Förderung angebracht sein. Befinden sich die Kinder in emotional schwierigen Situationen, ist manchmal psychotherapeutische Hilfe notwendig. Schon bei der Aufnahme versuchen wir, all diesen Aspekten gerecht zu werden und optimale Lösungswege zu finden. Dazu suchen wir immer das Gespräch mit den Eltern.
Suche nach Lösungswegen
- Bei der Aufnahme besprechen wir die Vorgeschichte ausführlich mit den Eltern (Anamnese).
- Wir stellen die persönlichen Fähigkeiten der Kinder fest, auch um schulische Probleme in den Griff zu bekommen.
- Mit verschiedenen Methoden versuchen wir die Ursachen der Verhaltensstörungen oder emotionalen Probleme herauszufinden.
- Wir beobachten das Verhalten der Kinder und Jugendlichen in Alltagssituationen.
- Wir erstellen psychologische Berichte und Gutachten.
- Aus der Diagnose leiten wir geeignete Fördermaßnahmen ab.
- Wir besprechen das weitere Vorgehen mit den Therapeuten, der Bereichsleitung, dem Betreuungsteam und der Schule.
- Wir informieren und beraten die Eltern.
Heilpädagogik - In der Entwicklung aufholen

Viele Kinder, die zu uns in die heilpädagogische Abteilung kommen, trauen sich nichts mehr zu und verweigern sich in Lernsituationen völlig (z. B. in der Schule). Die heilpädagogischen Förderangebote haben zum Ziel, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken, Entwicklungsverzögerungen aufzuholen und die Kinder wieder zum Lernen zu motivieren. Dabei werden gezielt die Stärken der Kinder gefördert. Das langfristige Ziel ist es, individuelle Schwächen auszugleichen, (z.B. in einer Legasthenietherapie).
Bei uns wird die heilpädagogische Förderung sowohl einzeln als auch in Kleingruppen von maximal sieben Kindern durchgeführt. Ein Team aus Psychologen, Heilpädagoginnen und einer Legasthenietherapeutin arbeitet hier eng mit den Gruppenpädagogen und Lehrern der Förderschule zusammen.
Zunächst werden die Lern- und Leistungsmöglichkeiten sowie der individuelle Entwicklungsstand der Kinder überprüft um festzustellen, in welchen Bereichen sie heilpädagogische Unterstützung und Förderung benötigen.
Auf Grundlage der Ergebnisse wird ein heilpädagogischer Förderplan erstellt, der Inhalt und Zeitrahmen der einzelnen Fördermaßnahmen festlegt. Die enge Zusammenarbeit mit den Gruppenpädagogen und unserer Förderschule ermöglicht es, die Kinder auch in der Schule und im Gruppenalltag sinnvoll zu fördern.
Heilpädagogische Förderung heißt bei uns Erleben mit allen Sinnen. Bewegung ist für Kinder ein elementarer Bestandteil in der Auseinandersetzung mit sich und der Umgebung. Daher beruht unser Ansatz auf bewegungsbezogenen und körperorientierten Förderangeboten (Psychomotorik als Arbeitsprinzip) mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Psychotherapie - Neue Beziehungen aufbauen

Innere und äußere Konflikte können bei Kindern zu emotionalen Problemen oder zu Störungen im Sozialverhalten führen. Hier setzen die Angebote der psychotherapeutischen Abteilung an. Unser Konzept gründet sich auf das intensive Zusammenwirken von Pädagogik und Therapie. Folgende psychotherapeutische Ausrichtungen sind vertreten:
- Tiefenpsychologisch orientierte Gestaltungstherapie
- Spiel- und Gesprächstherapie
- Verhaltenstherapie
- integrative Gruppentherapie
Kinderpsychotherapie ist ein geschützter Raum, in dem ein Kind sich erfahren und verstehen lernen kann. Dabei braucht es eine wohlwollende und verständnisvolle Begleitung.
Die Basis in der Psychotherapie ist die wachsende Beziehung zwischen Kind und Therapeutin. Hier können die Kinder erfahren, welche Beziehungserfahrungen sie emotional belasten können und wie man Beziehungen anders gestalten kann. Auf dieser Grundlage entwickelt das Kind ein gesundes Selbstwertgefühl, das ihm hilft, die bisherige Ohnmacht bei Konflikten zu überwinden. Während der Therapie werden alle Ausdrucksmöglichkeiten des Kindes wie Sprache, Bewegung, Spiel, Gestaltung als Hilfsmittel genutzt.
Die Therapeutin greift Impulse des Kindes auf, benennt sie wertfrei und hält ihm damit sozusagen einen Spiegel vor. Dabei bieten klare Regeln dem Kind Struktur und Orientierung.
Die Psychotherapien finden für jedes Kind regelmäßig einmal in der Woche am Nachmittag statt. Wenn nötig, werden zusätzliche Stunden angeboten.
Von einer Kinderpsychotherapie ist immer die gesamte Familie berührt. Daher führen wir immer auch therapiebegleitende Gespräche mit den Eltern. Diese finden alle sechs Wochen statt, bei Bedarf auch häufiger
Die Psychotherapeutinnen stehen damit auch für die Beratung der Mitarbeiter und die Gespräche mit den Eltern zur Verfügung und helfen auch in Krisensituationen.
Die Dauer der psychotherapeutischen Behandlung richtet sich nach dem Entwicklungsverlauf des Kindes bzw. des Jugendlichen und nach den Veränderungen innerhalb der Familie.
Eltern- und Familienarbeit - Gemeinsamkeiten schaffen
Wer Kinder hat, möchte diese so gut wie möglich auf das Leben in unserer Gesellschaft vorbereiten. Trotz allen Einsatzes können Familien aus den unterschiedlichsten Gründen in eine Krise geraten, in der sie sich hilflos fühlen und Unterstützung brauchen. Neben der Förderung der Kinder bieten wir in allen Bereichen des Psychagogischen Kinderheimes auch die Beratung und Begleitung der Eltern an.
Unsere Erfahrungen zeigen, dass ein partnerschaftliches Miteinander am ehesten zum Erfolg führt. Die Verantwortung für das Kind wird nicht an uns abgegeben, sondern gemeinsam getragen. Deshalb bleiben auch während der Jugendhilfemaßnahme die Eltern die wichtigsten Ansprechpartner und Bezugspersonen für ihre Kinder.
Mit der Eltern- und Familienarbeit möchten wir eine Verbindung zwischen der Familie und der Einrichtung schaffen. Dabei wird auch geklärt, welche Aufgaben die Betreuer und Therapeuten haben und welche von den Eltern übernommen werden.

Eine Verbindung schaffen
- Miteinander reden: Wir führen regelmäßige Gespräche mit den Eltern, manchmal mit der gesamten Familie (evtl. mit den Großeltern, den Geschwistern, aber auch mit den Kindern und Jugendlichen selbst)
- Zusammen etwas tun: Die Gruppe ist ein Erfahrungs- und Begegnungsraum von Mitarbeitern, Kindern und Eltern.
- Entscheidungen gemeinsam treffen: Wir legen gemeinsam mit den Eltern Ziele fest, erarbeiten z. B. schulische Perspektiven.
- Sich kennen lernen: Wir interessieren uns für das Umfeld der Kinder und machen z. B. Hausbesuche
Aufgaben und Rollen klären
Gemeinsam mit den Eltern legen wir fest, wer sich um welche Aufgaben kümmert (Arztbesuche, Kleiderkauf etc.)
- Aufgabe des Beraters: Der Berater spricht Probleme an, die im Alltag auffallen und überprüft die Ziele.
- Aufgabe der Eltern: Die Mitarbeit der Eltern ist für den Erfolg unserer Bemühungen entscheidend. Beispielsweise ist es Aufgabe der Eltern, Anregungen und Absprachen zur Erziehung ihres Kindes an den Wochenenden und in den Ferien zu erproben.
Unsere Eltern- und Familienarbeit im Überblick
- regelmäßige Eltern- und Familiengespräche (alle 4 Wochen),
- therapiebegleitende Einzelgespräche
- Besuchssonntage, Elternabende
- Elternseminare, Elternschulungen zu speziellen Themen
- Eltern-, Kind-Wochenenden
- gemeinsame jahreszeitliche Feste (Weihnachts- bzw. Adventsfeier, Sommerfest, Zeugnisübergabefest etc.),
- Telefonkontakte und „Tür- und Angelgespräche“ z. B. bei Rückkehr aus den Beurlaubungen.
Mit der Elternarbeit möchten wir Vertrauen schaffen, damit Veränderungen im Leben des Kindes und seiner Familie möglich werden.

