Außenwohngruppen für Jugendliche
Leben in einer Außenwohngruppe
Außenwohngruppe Etzenborn
Außenwohngruppe Beienrode
Außenwohngruppe Bischhagen

Leben in einer Außenwohngruppe
Ältere Kinder und Jugendliche stehen an der Schwelle zum Erwachsensein. Sie sind selbstständiger, wollen mitentscheiden und sollen lernen Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Diesen Bedürfnissen werden wir in den Außenwohngruppen (AWG’s) gerecht, in denen wir Jugendliche ab 13 Jahren aufnehmen.
Die Außenwohngruppen sind nach den Standorten benannt, an denen sie untergebracht sind: Etzenborn, Beienrode und Bischhagen. Von allen Standorten aus sind die Städte Göttingen und Duderstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Für die Außenwohngruppe Bischhagen (Thüringen) gibt es auch eine gute Anbindung an Heiligenstadt.
Die Jugendlichen der drei Außenwohngruppen kommen entweder aus den psychotherapeutischen und heilpädagogischen Gruppen der Einrichtung oder werden direkt von außen aufgenommen. Das Mindestalter für eine Aufnahme in eine der Außenwohngruppen ist 13 bis 14 Jahre.
Die Jugendlichen besuchen in der Regel eine öffentliche Schule. Bei Bedarf nehmen sie am Werkstattprojekt unserer Förderschule in Etzenborn (Klassenstufen 7-9) teil.
Mitentscheiden und Verantwortung tragen
In der Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter lösen sich die Heranwachsenden allmählich vom Elternhaus und müssen sich in Schule, Beruf oder persönlichen Beziehungen bewähren. In unseren Außenwohngruppen begleiten und fördern wir die Jugendlichen bei all diesen Herausforderungen.
Die Regeln des Gruppenlebens bieten eine wichtige Orientierung im Tagesablauf und geben Sicherheit bei der Bewältigung des Alltags. Durch Mitentscheiden und Übernahme von Verantwortung wird dem Lebensalter hierbei Rechnung getragen.
Soziale Kompetenz lernen
Die Jugendlichen haben bei uns eine feste Bezugsperson (Kontakterzieherprinzip), was eine Grundlage für den Aufbau vertrauensvoller Beziehungen bietet. Unser Ziel ist es, den Heranwachsenden eine alters angemessene Selbstkontrolle und Eigenverantwortlichkeit für ihr Handeln und damit letztlich soziale Kompetenz zu vermitteln. Die Jugendlichen lernen bei uns, sich selbst besser einzuschätzen und werden bei der Entwicklung ihrer individuellen Fähigkeiten und Interessen unterstützt.
Eine große Rolle spielt weiterhin die Familie und ihre Stellung im Leben des Jugendlichen. Unser Anspruch ist es, die Stärken und Ressourcen der Herkunftsfamilie und des sozialen Umfeldes konstruktiv zu nutzen. In der Regel wechseln die Jugendlichen kurz vor der Volljährigkeit in das betreute Jugendwohnen, eine Rückführung in die Familie ist in Einzelfällen jedoch möglich.
Außenwohngruppe Etzenborn

Die Jugendlichen der Außenwohngruppe Etzenborn leben in einem ehemaligen Landgasthaus mit großem Obst- und Gemüsegarten am Rande von Etzenborn, einer kleinen Ortschaft des Etzetales, gelegen zwischen Duderstadt (12 km entfernt) und Göttingen (ca. 25 km entfernt).
Unsere größte AWG verfügt über neun Betreuungsplätze für männliche Jugendliche und ist ganzjährig geöffnet.
Fünf Erzieher/Sozialpädagogen arbeiten im Schichtdienst rund um die Uhr und eine Hauswirtschafterin sorgt tagsüber für einen geordneten Haushalt.
Das Etzenborner Team bietet überschaubare Strukturen und orientierende Rahmenbedingungen für die in der Gruppe lebenden Jugendlichen. Bei unserer pädagogischen Arbeit ist uns sowohl die persönliche Entwicklung des Einzelnen als auch eine tragfähige Gruppenatmosphäre wichtig. An allen organisatorischen und gestalterischen Aufgaben des Gruppenlebens werden die Jugendlichen beteiligt.
Die Zukunft klar sehen
In unserer Außenwohngruppe unterstützen wir die Jugendlichen beim Übergang von der Schule in eine Ausbildung. Dazu sollen sie realistische Vorstellungen von ihrer eigenen Zukunft entwickeln, besonders in Bezug auf Beruf und Wohnen. Wir bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, verschiedene Tätigkeiten auszuprobieren, um sich beruflich besser orientieren zu können (Möbelbau, Schmieden, Schweißen, Gartenbau u.a.).
In der AWG gibt es vielfältige Möglichkeiten einer Freizeitgestaltung:
- Musikraum (Schlagzeug, E-Gitarre etc.)
- Fotolabor
- Holz- und Metallwerkstatt des Werkstattprojektes
- Sportgruppen (Fußballmannschaft, Fitness-Gruppe)
- gemeinsame Aktivitäten wie Fahrradtouren und Steilwandklettern
In einer kleinen separaten Wohnung können zwei Jugendliche im Rahmen eines Wohnungstrainings auf das betreute Wohnen vorbereitet werden.
Außenwohngruppe Beienrode

Vier Jugendliche leben hier in einem Einfamilienfachwerkhaus im Ortskern von Beienrode, etwa fünf Kilometer von Rittmarshausen entfernt.
Zwei Erzieher sind Tag und Nacht für die Mädchen und Jungen verantwortlich. Jeder Jugendliche hat sein eigenes Zimmer, welches er ganz nach eigenen Wünschen gestalten kann. Eine Betreuerin bewohnt eine kleine Wohnung im Obergeschoss, was den familiären Charakter dieser AWG betont. Eine Hauswirtschafterin führt den Haushalt.
In unserer Außenwohngruppe legen wir Wert auf übersichtliche und eindeutige soziale Regeln sowie feste Bezugspersonen. Die Mädchen und Jungen finden in der Gruppe emotionale Geborgenheit, Halt, und Orientierung, sowie Hilfe und Unterstützung bei der Auseinandersetzung und Bewältigung der eigenen Lebensgeschichte.
Die Jugendlichen werden bei uns in einen geregelten Alltag eingebunden und bekommen damit die Möglichkeit, in vielen Bereichen Lebenserfahrung zu sammeln. Unser Ziel ist es, dass die Jungen und Mädchen später in der Lage sind, ihr Leben eigenständig zu meistern.
Wir unterstützen die Jugendlichen sowohl im schulischen Alltag als auch beim Übergang in eine Ausbildung und helfen ihnen, realistische Vorstellungen von ihrer Zukunft zu entwickeln.
Die Jugendlichen fahren regelmäßig 14-tägig über das Wochenende in ihr Elternhaus. In der begleitenden Elternarbeit wird die weitere Perspektive des Jugendlichen gemeinsam geklärt.
Außenwohngruppe Bischhagen

Die Außenwohngruppe Bischhagen (Thüringen) liegt drei Kilometer von Bischhausen und zehn Kilometer vom Zentralgebäude in Rittmarshausen entfernt. Das zweigeschossige Fachwerkhaus hat einen kleinen Garten, gegenüber befinden sich der örtliche Jugendraum sowie ein Spiel- und Fußballplatz.
Mit einer Ausnahme leben die sechs Jugendlichen hier in Einzelzimmern. Die Wohngruppe kann sowohl Mädchen als auch Jungen aufnehmen.
Das Team mit vier pädagogischen Mitarbeitern und einer Hauswirtschaftskraft bietet einen stabilen Bezugsrahmen, der für die Jugendlichen überschaubar ist und den Aufbau von intensiven Beziehungen ermöglicht. Dies ist insofern wichtig, als dass die Kinder und Jugendlichen hier längerfristig leben und sich langfristig von ihrer Herkunftsfamilie lösen sollen. Das schließt in Einzelfällen eine spätere Rückkehr in die Familie jedoch nicht aus. Unsere AWG hat grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Heimfahrten werden individuell in den Elterngesprächen verabredet.
Die Mädchen und Jungen unserer AWG lernen vor allem in der Gruppe. Bewegungsaktive Angebote wie Sport, Tauchen, Paddeln oder Mountainbike ermutigen jeden Jugendlichen dazu, sich mit seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten in die Gruppe einzubringen.
Die Jugendlichen besuchen entweder öffentliche Schulen, unsere Förderschule oder befinden sich bereits in berufsbildenden Maßnahmen.

